Tiroler Steinbockzentrum

In einem schmalen Tal in den österreichischen Alpen beschloss man ein kleines Museum zu bauen, das die Geschichte der Ausrottung und Wiederansiedelung des Steinbockes in dieser Region erzählen sollte. Ein Gehege mit sieben Steinböcken ergänzt die Ausstellung im Aussenraum. 

Auf einem bewaldeten Berghang sieht man ein rötliches Gebäude, das an eine kleine Burg erinnert. Es ist das Steinbockmuseum St.Leonhard. Neben einem der ältesten Höfe im Tal, übernimmt das turmartige Haus fast genau den Fussabdruck des alten Stadels, der neben dem Hof gestanden ist. Die unteren Teile der Betonfertigteilfassade erzählen mit dem Abdruck der rauhen Schalbretter von der Holzkonstruktion des Stadels. Im obersten Stock verbindet eine einprägsame rote Stahlbrücke die Ausstellung mit dem Gehege der Steinböcke. 

Das turmartige Gebäude ist aus seinem konkreten Ort entstanden. Es steht dort als Landmark, gut sichtbar vom unten im Tal liegenden Dorf. Seine kompakte Form, seine Positionierung und seine Fassade aus brettergeschaltem Beton können als Referenz zum alten Stadel gesehen werden. Die Forderung dass alle inneren und äusseren Teile der Ausstellung an einem barrierefreien Weg zu liegen hatten führte zu der vielleicht einzigartigen Lösung eines vertikalen Museums, bei dem der Besucher vom untersten in den obersten Stock und dort über eine Brücke ins Gelände geleitet wird. Das Gebäude hilft so sprichwörtlich den Berg zu erklimmen um die Steinböcke von Angesicht zu Angesicht zu erleben. 

Der zweischalige Wandaufbau des Gebäudes besteht aus innerer Ortbetonwand mit vorgehängten Fertigteilen und Wärmedämmung dazwischen. Fensterrahmen und Brücke sind in Stahl konstruiert und mit roter Farbe pulverbeschichtet, Böden in rotgrauem Terrazzo und die Stiegen in Eiche. Das Gasthaus hat eine Täfelung mit Zirbenholz aus der Region.

 

Bilder: ©Lukas Schaller

Architektur

ARGE Rainer Köberl & Daniela Kröss

Auftraggebende

Gemeinde St. Leonhard im Pitztal

Ort

St. Leonhard im Pitztal

Bruttogrundfläche

750 m²

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